StartRegulierung & RechtNYDFS schlägt neue Stablecoin-Regeln im Einklang mit GENIUS Act vor

NYDFS schlägt neue Stablecoin-Regeln im Einklang mit GENIUS Act vor

⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 11.06.2026

Das New York Department of Financial Services (NYDFS) hat am 9. Juni 2026 einen Vorschlag für neue Stablecoin-Regeln veröffentlicht, die mit den Standards des GENIUS Act übereinstimmen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Neue Regeln sollen Stabilität und Verbraucherschutz fördern
  • Reservenkonzentrationslimits pro Verwahrer eingeführt
  • Zwei Geschäftstage für die Bearbeitung von Rückzahlungsanfragen festgelegt

Am 9. Juni 2026 hat das New York Department of Financial Services (NYDFS) einen Vorschlag für neue Stablecoin-Regeln veröffentlicht, die darauf abzielen, die bestehenden Vorschriften des Bundesgesetzes GENIUS Act zu integrieren. Diese Initiative wurde von der amtierenden Superintendentin Kaitlin Asrow angekündigt und stellt einen bedeutenden Schritt in der Regulierung von digitalen Währungen dar.

Was sind die neuen Stablecoin-Regeln?

Neue Stablecoin-Regeln des NYDFS
Symbolbild: Neue Stablecoin-Regeln des NYDFS · Foto: Đào Thân / Pexels

Die vorgeschlagenen Regeln zielen darauf ab, die Stabilität und Sicherheit im Bereich der Stablecoins zu erhöhen. Zu den zentralen Elementen gehören Reservenkonzentrationslimits, die sicherstellen, dass Stablecoin-Emittenten ihre Reserven nicht bei einem einzigen Verwahrer konzentrieren. Dies soll das Risiko von finanziellen Engpässen und Insolvenzen verringern. Darüber hinaus müssen die Geschäftsführer (CEO und CFO) der Emittenten monatlich die Richtigkeit der Reserven bestätigen, was eine zusätzliche Ebene der Verantwortung und Transparenz schafft.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Vorgabe, dass Rückzahlungsanfragen innerhalb von maximal zwei Geschäftstagen bearbeitet werden müssen. Diese Regelung soll sicherstellen, dass Nutzer schnell und effizient auf ihre Mittel zugreifen können, was das Vertrauen in Stablecoins stärkt.

Hintergrund des GENIUS Act

Der GENIUS Act, der im vergangenen Jahr verabschiedet wurde, stellt die erste umfassende gesetzliche Regelung für Stablecoins in den USA dar. Er legt die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Emission und Verwaltung von Stablecoins fest und fordert eine 1:1-Deckung durch Reserven. Der Gesetzgeber hat damit das Ziel verfolgt, die rechtlichen Unsicherheiten im Zusammenhang mit digitalen Währungen zu beseitigen und einen stabilen Markt zu fördern.

Die neuen Regeln des NYDFS spiegeln die Bestimmungen des GENIUS Act wider und erweitern die bestehenden Anforderungen, die bereits seit 2022 für Stablecoins in New York gelten. Diese Anforderungen umfassen unter anderem die Notwendigkeit von unabhängigen Prüfungen und die Einhaltung von Standards für die Rückzahlbarkeit.

Auswirkungen auf Stablecoin-Emittenten

Fakten auf einen Blick

  • Datum der Ankündigung: 9. Juni 2026
  • Regelung betrifft Stablecoin-Emittenten mit über 25 Milliarden USD
  • Mindestens 0,5% der Reserven müssen in versicherten Einlagen gehalten werden

Die neuen Vorschriften haben erhebliche Auswirkungen auf Stablecoin-Emittenten, insbesondere auf diejenigen, die mehr als 25 Milliarden USD an Stablecoins ausgegeben haben. Diese Emittenten sind verpflichtet, mindestens 0,5% ihrer Reserven in versicherten Einlagen zu halten, was eine zusätzliche Sicherheit für die Nutzer darstellt. Diese Regelung ist auf maximal 500 Millionen USD begrenzt, was bedeutet, dass große Emittenten eine signifikante Menge an Kapital in sicheren Anlagen halten müssen.

Die Einführung dieser Regeln könnte auch dazu führen, dass kleinere Emittenten Schwierigkeiten haben, die neuen Anforderungen zu erfüllen, was zu einer Konsolidierung im Markt führen könnte. Größere Unternehmen könnten von den neuen Vorschriften profitieren, da sie über die Ressourcen verfügen, um die Anforderungen zu erfüllen und möglicherweise Marktanteile von kleineren Wettbewerbern zu gewinnen.

Der Prozess der Regelung und öffentliche Beteiligung

Nach der Veröffentlichung des Vorschlags hat eine 10-tägige Vor-Kommentierungsfrist begonnen, gefolgt von einer 60-tägigen formellen Kommentierungsfrist, die startet, sobald die Regel im Staatsregister veröffentlicht wird. Dies gibt den aktuellen Lizenzinhabern, die einige der größten Emittenten von digitalen Dollar sind, die Möglichkeit, ihre Meinungen und Bedenken zu äußern, bevor die Regel endgültig verabschiedet wird.

Die NYDFS hat betont, dass die neuen Regeln darauf abzielen, den Verbraucherschutz zu stärken und gleichzeitig Innovationen im Bereich der digitalen Währungen zu fördern. Die Behörde sieht sich in der Verantwortung, einen stabilen und sicheren Markt für Stablecoins zu gewährleisten, der den Bedürfnissen der Verbraucher gerecht wird.

Fazit

Neue Stablecoin-Regeln des NYDFS
Symbolbild: Neue Stablecoin-Regeln des NYDFS · Foto: Leeloo The First / Pexels

Die vorgeschlagenen Stablecoin-Regeln des NYDFS stellen einen bedeutenden Schritt in der Regulierung von digitalen Währungen dar und zeigen das Bestreben, die Standards des GENIUS Act zu integrieren. Mit Maßnahmen zur Diversifizierung der Reserven, monatlichen Zertifizierungen und klaren Rückzahlungsfristen wird ein Rahmen geschaffen, der sowohl den Verbraucherschutz als auch die Marktstabilität fördert. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu beobachten, wie die Branche auf diese neuen Anforderungen reagiert und welche Auswirkungen sie auf den Markt für Stablecoins haben werden.

Häufige Fragen

Was sind die neuen Regeln des NYDFS für Stablecoins?
Die neuen Regeln umfassen Reservenkonzentrationslimits, monatliche Zertifizierungen durch CEO und CFO sowie eine maximale Bearbeitungszeit von zwei Geschäftstagen für Rückzahlungsanfragen.
Was ist der GENIUS Act?
Der GENIUS Act ist ein US-amerikanisches Gesetz, das die rechtlichen Rahmenbedingungen für Stablecoins festlegt und Anforderungen an die Reservehaltung und Regulierung definiert.
Welche Auswirkungen haben die neuen Regeln auf Stablecoin-Emittenten?
Stablecoin-Emittenten müssen ihre Reserven diversifizieren und sicherstellen, dass sie die neuen Anforderungen an die Rückzahlungsbearbeitung und Risikomanagementprogramme erfüllen.
Wie lange haben die Emittenten Zeit, um auf die neuen Regeln zu reagieren?
Nach der Veröffentlichung im Staatsregister haben die aktuellen Lizenzinhaber 60 Tage Zeit, um Kommentare abzugeben, bevor die Regelung finalisiert wird.
Was passiert, wenn ein Emittent die Mindestreserve nicht einhält?
Wenn ein Emittent 15 aufeinanderfolgende Geschäftstage unter der Mindestreserve bleibt, muss er einen Liquidationsprozess einleiten und die ausstehenden Coins ohne Kosten für die Nutzer zurückzahlen.

Quellen: Google News

Symbolbild: Neue Stablecoin-Regeln des NYDFS · Foto: RDNE Stock project / Pexels

Daniel Reinhardt
Daniel Reinhardt
Branchen-News, Interviews & Hintergründe Daniel Reinhardt hält die Redaktion bei aktuellen Entwicklungen am Puls der Zeit. Er recherchiert Branchen-News, führt Interviews mit Gründern und Expertinnen und ordnet ein, was hinter den Schlagzeilen steckt. Bei Krypto-Echo verbindet er journalistische Neugier mit kritischem Blick und fragt dort nach, wo andere bei der Pressemitteilung stehenbleiben.
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