⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 11.06.2026
Präsident Karol Nawrocki hat erneut ein Veto gegen das Krypto-Gesetz in Polen eingelegt, was die Unsicherheit für die Branche weiter erhöht.
- Drittes Veto von Präsident Nawrocki gegen Krypto-Gesetz.
- Gesetz sollte die europäische MiCA-Regelung umsetzen.
- Kritik an unzureichenden Änderungen und übermäßiger Regulierung.
Am 11. Juni 2026 hat der polnische Präsident Karol Nawrocki erneut ein Veto gegen das Krypto-Gesetz eingelegt, das darauf abzielte, die europäische MiCA-Regelung in Polen umzusetzen. Dies ist bereits das dritte Mal, dass Nawrocki ein solches Gesetz ablehnt, was die Unsicherheit für die Krypto-Branche in Polen weiter erhöht.
Was ist die MiCA-Regelung?

Die MiCA-Regelung, die für „Markets in Crypto-Assets“ steht, ist ein umfassendes europäisches Gesetz, das darauf abzielt, einheitliche Regeln für Krypto-Dienstleistungen in der gesamten Europäischen Union zu schaffen. Ziel ist es, den Verbraucherschutz zu verbessern und gleichzeitig Innovationen im Finanzsektor zu fördern. Die Regelung soll ab Juli 2026 vollständig in Kraft treten, was bedeutet, dass die Mitgliedstaaten, einschließlich Polen, bis zu diesem Datum entsprechende nationale Gesetze erlassen müssen.
Die MiCA-Regelung umfasst verschiedene Aspekte des Krypto-Marktes, darunter die Lizenzierung von Krypto-Dienstleistern, die Regulierung von Stablecoins und die Schaffung eines einheitlichen Aufsichtsrahmens. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass Krypto-Unternehmen transparent und verantwortungsbewusst agieren, um das Vertrauen der Anleger zu stärken.
Der Hintergrund des Vetos
Präsident Nawrocki hat in der Vergangenheit bereits zwei Versionen des Krypto-Gesetzes abgelehnt, da er diese als überregulierend und potenziell schädlich für die polnische Wirtschaft ansah. Er argumentierte, dass die vorgeschlagenen Regelungen die heimischen Unternehmen in die Flucht schlagen könnten, indem sie diese dazu zwingen, ihre Geschäfte ins Ausland zu verlagern. Nawrocki betonte, dass er ein Gesetz unterstützen möchte, das Innovationen fördert und gleichzeitig einen angemessenen Schutz für die Verbraucher bietet.
In seiner jüngsten Erklärung wies Nawrocki darauf hin, dass die vorgelegte Gesetzesvorlage praktisch identisch mit den vorherigen Versionen sei und die vorgenommenen Änderungen nicht ausreichend seien, um seine Bedenken auszuräumen. Dies führt zu der Frage, ob die polnische Regierung in der Lage sein wird, eine akzeptable Lösung zu finden, die sowohl den Anforderungen der EU als auch den Bedürfnissen der heimischen Krypto-Industrie gerecht wird.
Die Reaktionen auf das Veto
- Datum: 11.06.2026
- Präsident Nawrocki hat das Krypto-Gesetz erneut vetiert.
- Das Gesetz sollte die MiCA-Regelung in Polen umsetzen.
Die Reaktionen auf das Veto sind gemischt. Während einige Politiker und Branchenvertreter die Entscheidung des Präsidenten unterstützen und die Notwendigkeit einer sorgfältigen Regulierung betonen, äußern andere Bedenken hinsichtlich der Unsicherheit, die durch wiederholte Vetos entsteht. Kritiker argumentieren, dass die ständige Blockade von Krypto-Gesetzen die Wettbewerbsfähigkeit Polens im internationalen Krypto-Markt gefährdet.
Einige Marktteilnehmer warnen, dass die polnische Finanzaufsicht, die durch das Gesetz mehr Befugnisse erhalten hätte, nun weiterhin in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt bleibt. Dies könnte dazu führen, dass polnische Unternehmen im internationalen Wettbewerb ins Hintertreffen geraten, während ausländische Firmen, die bereits über die erforderlichen Lizenzen verfügen, weiterhin in Polen tätig sein können.
Die Zukunft der Krypto-Regulierung in Polen
Die Unsicherheit über die Krypto-Regulierung in Polen könnte dazu führen, dass immer mehr Unternehmen in andere EU-Länder abwandern, um dort eine Lizenz zu erhalten. Ein Beispiel hierfür ist Zonda Crypto, das ursprünglich in Polen gegründet wurde, aber mittlerweile in Estland ansässig ist. Diese Entwicklung könnte langfristig negative Auswirkungen auf die polnische Wirtschaft haben, insbesondere wenn innovative Unternehmen und Start-ups das Land verlassen.
Um diese Tendenz zu stoppen, könnte die polnische Regierung gezwungen sein, in Zusammenarbeit mit Nawrocki eine überarbeitete Version des Krypto-Gesetzes zu erarbeiten, die die Bedenken des Präsidenten berücksichtigt. Dies könnte eine Chance für eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen der Regierung und dem Präsidenten darstellen, um ein Gesetz zu schaffen, das sowohl den Anforderungen der EU entspricht als auch die Interessen der heimischen Krypto-Industrie schützt.
Fazit

Die wiederholten Vetos von Präsident Karol Nawrocki gegen das Krypto-Gesetz in Polen werfen Fragen über die Zukunft der Krypto-Regulierung im Land auf. Während die MiCA-Regelung der EU eine wichtige Grundlage für die Regulierung des Krypto-Marktes bietet, bleibt Polen hinter den Erwartungen zurück. Die Unsicherheit, die durch die Vetos entsteht, könnte dazu führen, dass polnische Unternehmen in andere Länder abwandern, was langfristig negative Auswirkungen auf die nationale Wirtschaft haben könnte. Es bleibt abzuwarten, ob die Regierung in der Lage sein wird, eine Lösung zu finden, die sowohl den Anforderungen der EU als auch den Bedürfnissen der heimischen Krypto-Branche gerecht wird.
Häufige Fragen
Was ist die MiCA-Regelung?
Warum hat Präsident Nawrocki das Gesetz erneut vetiert?
Welche Auswirkungen hat das Veto auf die Krypto-Branche in Polen?
Wie viele Male hat Nawrocki das Krypto-Gesetz bereits vetiert?
Was sind die nächsten Schritte für die polnische Regierung?
Quellen: Google News
Symbolbild: Krypto-Regulierung in Polen im Fokus · Foto: SHOX ART / Pexels

