StartRegulierung & RechtEU-Cloud-Gesetz: Neue Schritte für die Digitale Souveränität der EU

EU-Cloud-Gesetz: Neue Schritte für die Digitale Souveränität der EU

⏱ 5 Min. Lesezeit · Stand: 05.06.2026

Die EU-Kommission hat am 3. Juni 2026 ein umfassendes Gesetzespaket vorgestellt, das die digitale Souveränität der EU stärken soll, insbesondere im Bereich Cloud-Computing und Künstliche Intelligenz.

Das Wichtigste in Kürze

  • Neues Gesetzespaket zur digitalen Souveränität vorgestellt.
  • Fokus auf Cloud-Computing und KI zur Reduzierung der Abhängigkeit von US-Anbietern.
  • Öffentliche Aufträge sollen verstärkt an europäische Anbieter vergeben werden.

Am 3. Juni 2026 hat die EU-Kommission ein umfassendes Gesetzespaket vorgestellt, das die digitale Souveränität der Europäischen Union stärken soll. Dieses Paket umfasst mehrere wichtige Initiativen, die darauf abzielen, die Abhängigkeit von Technologien aus den USA und China zu verringern. Im Mittelpunkt stehen der Chips Act 2.0 sowie der Cloud and AI Development Act, die beide darauf abzielen, die technologischen Kapazitäten Europas zu fördern und zu sichern.

Was ist das EU-Cloud-Gesetz?

EU-Cloud-Gesetz zur digitalen Souveränität
Symbolbild: EU-Cloud-Gesetz zur digitalen Souveränität · Foto: panumas nikhomkhai / Pexels

Das EU-Cloud-Gesetz ist Teil eines größeren Pakets zur technologischen Souveränität, das die EU-Kommission ins Leben gerufen hat. Es zielt darauf ab, die digitale Infrastruktur der EU zu stärken, insbesondere im Bereich Cloud-Computing und Künstliche Intelligenz. Die Kommission hat erkannt, dass Europa in vielen technologischen Bereichen stark von externen Anbietern abhängig ist, was die Sicherheit und Unabhängigkeit der EU gefährden könnte. Daher wird ein rechtlicher Rahmen geschaffen, der sicherstellt, dass sensible Daten auf europäischen Servern gespeichert werden und dass europäische Anbieter bevorzugt werden.

Ein zentrales Element des Gesetzes ist die Verdopplung der Rechenzentrumskapazität in Europa innerhalb der nächsten fünf bis sieben Jahre. Dies soll durch die Schaffung eines einheitlichen Rahmens für die Genehmigung und den Betrieb von Rechenzentren erreicht werden, der die Bedingungen für Investitionen in diesen Bereich verbessert.

Warum ist das EU-Cloud-Gesetz wichtig?

Die digitale Souveränität ist für die EU von entscheidender Bedeutung, insbesondere in einer Zeit, in der technologische Abhängigkeiten zu einem Sicherheitsrisiko werden können. Die EU-Kommission hat festgestellt, dass über 80 Prozent der digitalen Schlüsselprodukte und -dienste von Nicht-EU-Ländern abhängen. Dies betrifft insbesondere die großen US-Cloud-Anbieter, die zusammen einen erheblichen Anteil am europäischen Markt halten. Das neue Gesetz soll dazu beitragen, diese Abhängigkeit zu verringern und die Kontrolle über kritische Daten und Infrastrukturen zurückzugewinnen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Gesetzes ist die Förderung von Open-Source-Technologien. Die EU plant, ein stärkeres Open-Source-Ökosystem aufzubauen, das europäische Start-ups unterstützt und die langfristige Sicherheit der digitalen Infrastruktur gewährleistet. Dies könnte auch dazu führen, dass innovative Lösungen schneller entwickelt und implementiert werden können.

Wie wird die Abhängigkeit von US-Cloud-Anbietern verringert?

Fakten auf einen Blick

  • Datum: 3. Juni 2026
  • Ziel: Verdopplung der Rechenzentrumskapazität in 5-7 Jahren
  • Ausschluss von US-Cloud-Anbietern bei sensiblen Daten

Ein zentrales Ziel des EU-Cloud-Gesetzes ist es, die Abhängigkeit von großen US-Cloud-Anbietern wie Amazon, Microsoft und Google zu reduzieren. Die EU plant, bei öffentlichen Aufträgen strenge Kriterien einzuführen, die diese Anbieter von sensiblen Projekten ausschließen könnten. Dies bedeutet, dass öffentliche Einrichtungen in der EU bei der Auswahl von Cloud-Diensten bevorzugt auf europäische Anbieter zurückgreifen sollen, um sicherzustellen, dass ihre Daten auf europäischen Servern bleiben und nicht den Risiken ausgesetzt sind, die mit der Nutzung von US-Diensten verbunden sind.

Die EU-Kommission hat betont, dass es nicht darum geht, den Zugang zu US-Technologien vollständig zu verwehren, sondern vielmehr darum, ein Gleichgewicht zu schaffen, das die Sicherheit und Souveränität der EU gewährleistet. Die neuen Regelungen sollen sicherstellen, dass sensible Daten, insbesondere aus Bereichen wie Gesundheit, Verteidigung und Justiz, nur auf „souveränen“ Clouds gespeichert werden, die nicht einfach abgeschaltet werden können.

Welche Auswirkungen hat das Gesetz auf europäische Unternehmen?

Das EU-Cloud-Gesetz könnte erhebliche Auswirkungen auf europäische Unternehmen haben, insbesondere auf Anbieter von Cloud-Diensten. Durch die Förderung europäischer Lösungen und die Schaffung eines einheitlichen Rahmens für Cloud-Dienste wird erwartet, dass der Wettbewerb im europäischen Markt zunimmt. Dies könnte dazu führen, dass europäische Unternehmen in der Lage sind, ihre Marktanteile zu erhöhen und innovative Lösungen zu entwickeln, die den spezifischen Bedürfnissen der europäischen Kunden entsprechen.

Darüber hinaus könnte die Schaffung eines stärkeren Open-Source-Ökosystems dazu beitragen, dass europäische Start-ups schneller wachsen und sich entwickeln können. Die EU plant, in Kompetenzen zu investieren und Open-Source-Start-ups zu unterstützen, um die digitale Innovationskraft in Europa zu stärken.

Was sind die nächsten Schritte nach der Vorstellung des Gesetzes?

Nach der offiziellen Vorstellung des EU-Cloud-Gesetzes müssen die Vorschläge von den EU-Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament diskutiert und genehmigt werden. Dies könnte einige Zeit in Anspruch nehmen, da verschiedene Interessen und Perspektiven berücksichtigt werden müssen. Die EU-Kommission hat jedoch bereits angekündigt, dass sie im Juli eine Ausschreibung für KI-Gigafabriken veröffentlichen wird, um die Ambitionen Europas im Bereich der technologischen Souveränität weiter voranzutreiben.

Die Kommission wird auch eine Konsultation mit den Mitgliedstaaten und anderen wichtigen Interessengruppen einleiten, um eine europäische Eigenkapitalkapazität in großem Maßstab aufzubauen. Dies ist entscheidend, um die finanziellen Mittel für die Umsetzung der neuen Gesetzgebung zu sichern und die technologischen Ambitionen Europas zu unterstützen.

Fazit

EU-Cloud-Gesetz zur digitalen Souveränität
Symbolbild: EU-Cloud-Gesetz zur digitalen Souveränität · Foto: Matheus Bertelli / Pexels

Das EU-Cloud-Gesetz stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung digitaler Souveränität der EU dar. Durch die Stärkung der europäischen Cloud-Infrastruktur und die Förderung von Open-Source-Technologien wird die EU in der Lage sein, ihre Abhängigkeit von US-Technologien zu verringern und die Kontrolle über kritische Daten zurückzugewinnen. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um die Vorschläge in die Praxis umzusetzen und die digitale Zukunft Europas zu gestalten.

Häufige Fragen

Was ist das EU-Cloud-Gesetz?
Das EU-Cloud-Gesetz ist ein neues Gesetzespaket, das darauf abzielt, die digitale Souveränität der EU zu stärken, indem die Abhängigkeit von US-Technologien im Cloud-Bereich verringert wird.
Welche Ziele verfolgt das Gesetz?
Das Gesetz hat das Ziel, die Rechenzentrumskapazität in Europa innerhalb von fünf bis sieben Jahren zu verdreifachen und sicherzustellen, dass sensible Daten auf europäischen Servern gespeichert werden.
Wie wird die Abhängigkeit von US-Cloud-Anbietern verringert?
Die EU plant, bei öffentlichen Aufträgen strenge Kriterien einzuführen, die US-Cloud-Anbieter wie Amazon, Microsoft und Google von sensiblen Projekten ausschließen könnten.
Wann wurde das Gesetz vorgestellt?
Das Gesetzespaket wurde am 3. Juni 2026 von der EU-Kommission vorgestellt.
Was sind die nächsten Schritte nach der Vorstellung des Gesetzes?
Nach der Vorstellung müssen die Vorschläge von den EU-Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament diskutiert und genehmigt werden, bevor sie in Kraft treten können.

Quellen: Google News

Symbolbild: EU-Cloud-Gesetz zur digitalen Souveränität · Foto: panumas nikhomkhai / Pexels

Lena Hoffmann
Lena Hoffmann
Regulierung, Recht & Steuern Lena Hofmann behält den Überblick über die sich ständig wandelnde Rechtslage rund um Kryptowährungen. Für Krypto-Echo bereitet sie regulatorische Entwicklungen aus Deutschland und der EU auf – von der MiCA-Verordnung bis zu steuerlichen Fragen für Anlegerinnen und Anleger. Ihr Ziel ist es, ein oft trockenes Thema klar und alltagstauglich zu erklären. Sie legt besonderen Wert darauf, zwischen gesicherten Fakten und Spekulation zu trennen.
RELATED ARTICLES

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Most Popular

Recent Comments