⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 11.06.2026
Am 30. Mai 2026 wurde das Durchführungsgesetz zum Data Act in Deutschland verabschiedet. Dieses Gesetz regelt den Zugang zu Daten und deren Nutzung und stellt sicher, dass die EU-Vorgaben umgesetzt werden.
- Das DADG regelt den Datenzugang in Deutschland.
- Die Bundesnetzagentur ist die zuständige Behörde.
- Das Gesetz tritt in Kraft, um EU-Vorgaben zu erfüllen.
Am 30. Mai 2026 wurde das Durchführungsgesetz zum Data Act (DADG) in Deutschland verabschiedet. Dieses Gesetz ist ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der EU-Datenverordnung, die bereits am 12. September 2025 in Kraft trat. Mit dem DADG wird ein rechtlicher Rahmen geschaffen, der den Zugang zu Daten und deren Nutzung in Deutschland regelt und somit die Vorgaben der Europäischen Union erfüllt.
Was ist das Durchführungsgesetz zum Data Act?

Das DADG dient der nationalen Umsetzung der EU-Verordnung 2023/2854, die harmonisierte Vorschriften für einen fairen Datenzugang und eine faire Datennutzung festlegt. Ziel des Gesetzes ist es, den Zugang zu Daten in verschiedenen Lebensbereichen zu verbessern und die Nutzung dieser Daten zu fördern. Es schafft einen einheitlichen Rechtsrahmen, der sowohl für Verbraucher als auch für Unternehmen von Bedeutung ist.
Durch das DADG wird die Bundesnetzagentur zur zentralen Aufsichtsbehörde für den Data Act ernannt. Diese Behörde übernimmt die Verantwortung für die Überwachung der Einhaltung der neuen Regelungen und unterstützt die Marktakteure bei der Umsetzung der Vorgaben. Die Bundesnetzagentur wird auch für die nationale und grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit anderen relevanten Behörden zuständig sein.
Die Rolle der Bundesnetzagentur
Die Bundesnetzagentur hat mit der Übernahme der Aufgaben im Rahmen des Data Act eine erweiterte Rolle. Sie wird nicht nur für den Datenzugang zuständig sein, sondern auch die Einhaltung der Vorschriften überwachen. Dies umfasst die Zusammenarbeit mit der Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit sowie der Europäischen Kommission und dem Europäischen Dateninnovationsrat. Ziel ist es, eine einheitliche und effiziente Anwendung des Data Act sicherzustellen.
Um den Marktakteuren den Übergang zu erleichtern, hat die Bundesnetzagentur bereits im September 2025 ein umfassendes Informationsangebot zum Data Act veröffentlicht. Dieses Angebot wird nun mit der Verabschiedung des DADG aktualisiert und erweitert. Zudem sind regelmäßige Online-Informationsveranstaltungen geplant, um praxisorientierte Einblicke in die neuen Regelungen zu geben.
Wichtige Inhalte des DADG
- Datum der Verabschiedung: 30. Mai 2026
- Zuständige Behörde: Bundesnetzagentur
- Inkrafttreten des Data Act: 12. September 2025
- Erste Online-Veranstaltung zur Umsetzung: 15. Juli 2026
Das DADG regelt nicht nur den Zugang zu Daten, sondern auch die Bedingungen, unter denen Daten bereitgestellt werden müssen. Es enthält Bestimmungen, die sicherstellen, dass Verbraucher und Unternehmen mehr Kontrolle über die Daten ihrer genutzten Geräte haben. Dies betrifft unter anderem vernetzte Fahrzeuge, smarte Haushaltsgeräte und Industriemaschinen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt des DADG ist die Regelung zur Datenbereitstellung an staatliche Stellen in außergewöhnlichen Notfällen, wie etwa bei öffentlichen Notständen. Zudem werden Vorgaben eingeführt, die den Wechsel zwischen Cloud-Anbietern erleichtern, was für Unternehmen von großer Bedeutung ist.
Auswirkungen auf Unternehmen und Verbraucher
Die Einführung des DADG wird weitreichende Auswirkungen auf Unternehmen und Verbraucher haben. Unternehmen müssen ihre Datenmanagementpraktiken überprüfen und sicherstellen, dass sie den neuen Anforderungen entsprechen. Dies könnte bedeuten, dass bestehende Datenlizenzverträge angepasst und Informationspflichten gegenüber Nutzern erfüllt werden müssen.
Für Verbraucher bedeutet der Data Act, dass sie mehr Kontrolle über ihre Daten erhalten. Sie können künftig einfacher auf die Daten zugreifen, die von den Geräten, die sie nutzen, gesammelt werden. Dies fördert nicht nur den Wettbewerb, sondern auch Innovationen im Bereich datenbasierter Geschäftsmodelle.
Die ersten Schritte zur Umsetzung
Mit der Verabschiedung des DADG sind die ersten Schritte zur praktischen Umsetzung des Data Act in Deutschland eingeleitet. Die Bundesnetzagentur wird nun Handlungsempfehlungen zur praktischen Umsetzung erarbeiten. Diese Empfehlungen sind entscheidend, um Unternehmen und Verbrauchern Klarheit über ihre Rechte und Pflichten zu geben.
Die erste Online-Informationsveranstaltung zur Umsetzung des Data Act findet am 15. Juli 2026 statt. Diese Veranstaltung wird eine wichtige Gelegenheit sein, um Fragen zu den neuen Regelungen zu klären und praxisnahe Informationen zu erhalten.
Fazit

Das Durchführungsgesetz zum Data Act stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Regulierung des Datenzugangs und der Datennutzung in Deutschland dar. Mit der Bundesnetzagentur als zuständiger Behörde wird ein klarer Rahmen geschaffen, der sowohl Unternehmen als auch Verbrauchern zugutekommt. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um die neuen Regelungen erfolgreich umzusetzen und die Vorteile der EU-Datenverordnung voll auszuschöpfen.
Häufige Fragen
Was ist das Durchführungsgesetz zum Data Act?
Wer ist für die Umsetzung des Data Act zuständig?
Wann trat der Data Act in Kraft?
Welche neuen Aufgaben hat die Bundesnetzagentur?
Wann findet die erste Informationsveranstaltung zur Umsetzung des Data Act statt?
Quellen: Google News
Symbolbild: Durchführungsgesetz Data Act in Deutschland · Foto: Alexander Grigorian / Pexels

