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Basel 1.250 %: Senatoren fordern Überprüfung der Krypto-Regeln

⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 08.06.2026

Sechs US-Senatoren haben am 6. Juni 2026 die 1.250 %-Risikogewichtung für Spot-Bitcoin als faktisches Verbot für Banken kritisiert und fordern eine Neubewertung der Kapitalanforderungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Senatoren argumentieren, dass die 1.250 %-Regel Banken vom Kryptomarkt abhalte.
  • Ein alternativer Kapitalrahmen für digitale Vermögenswerte wird gefordert.
  • Die Regelung könnte die institutionelle Einführung von Bitcoin erheblich beeinflussen.

Am 6. Juni 2026 haben sechs US-Senatoren, angeführt von Cynthia Lummis und Bill Hagerty, einen gemeinsamen Brief an die Federal Reserve, das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) und die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) geschickt. In diesem Schreiben kritisieren sie die 1.250 %-Risikogewichtung für Spot-Bitcoin, die ihrer Meinung nach einem faktischen Verbot für Banken gleichkommt, die in digitale Vermögenswerte investieren möchten.

Was ist die 1.250 %-Regel?

US-Senatoren diskutieren Krypto-Regulierung
Symbolbild: US-Senatoren diskutieren Krypto-Regulierung · Foto: www.kaboompics.com / Pexels

Die 1.250 %-Regel ist eine von dem Basel Committee on Banking Supervision festgelegte Risikogewichtung für bestimmte Krypto-Assets, darunter Spot-Bitcoin. Diese Regel besagt, dass Banken für jeden Dollar, den sie in Spot-Bitcoin investieren, 12,50 US-Dollar an regulatorischem Eigenkapital vorhalten müssen. Dies bedeutet, dass Banken, die nennenswerte Bestände an Bitcoin halten möchten, eine unverhältnismäßig hohe Kapitalbindung aufweisen müssten, was die wirtschaftliche Attraktivität solcher Investitionen stark einschränkt.

Die Regel wurde ursprünglich eingeführt, um die Banken vor den Risiken der hohen Volatilität von Krypto-Assets zu schützen. Allerdings argumentieren die Senatoren, dass die aktuelle Risikobewertung überholt ist, insbesondere da die Volatilität von Bitcoin in den letzten Jahren gesunken ist und institutionelle Investitionen in den Markt zugenommen haben.

Warum ist die Regel problematisch für Banken?

Die Senatoren führen an, dass die 1.250 %-Regel Banken faktisch davon abhalte, in Bitcoin zu investieren. Für eine Bank mit einer Tier-1-Kapitalquote von 12 % würde bereits ein Bestand von nur 0,5 % Spot-Bitcoin etwa 6 % des gesamten Tier-1-Kapitals binden. Dies ist für kein großes US-Institut wirtschaftlich tragbar. Daher halten die meisten Banken kaum nennenswerte Bestände an Spot-Bitcoin, obwohl das Interesse an Bitcoin-ETFs und anderen digitalen Vermögenswerten wächst.

Die Senatoren argumentieren, dass die Regelung nicht nur die Banken benachteiligt, sondern auch die gesamte Entwicklung des Krypto-Marktes in den USA behindert. Sie fordern daher eine Neubewertung der Kapitalanforderungen und einen alternativen Kapitalrahmen für digitale Vermögenswerte, der Spot-Bitcoin ähnlich wie Rohstoffe behandelt.

Der Vorschlag der Senatoren

Fakten auf einen Blick

  • Datum: 6. Juni 2026
  • Risikogewichtung: 1.250 % für Spot-Bitcoin
  • Senatoren: Cynthia Lummis, Bill Hagerty und weitere
  • Ziel: Überarbeitung der Kapitalanforderungen für Banken

In ihrem Brief schlagen die Senatoren vor, dass Spot-Bitcoin-Bestände künftig nach einer modifizierten Rohstoff-Logik behandelt werden sollten. Dies würde bedeuten, dass das Risikogewicht für Spot-Bitcoin auf 100–150 % festgelegt wird, ähnlich wie bei physischen Rohstoffen wie Gold oder Öl. Diese Änderung würde es Banken ermöglichen, Spot-Bitcoin in einem realistischen Rahmen zu halten, ohne ihre Tier-1-Kapitalquote unverhältnismäßig zu belasten.

Die Senatoren argumentieren, dass eine solche Anpassung nicht nur die Banken unterstützen würde, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der USA im globalen Krypto-Markt stärken könnte. Sie verweisen auf die SEC/CFTC-Regel von März 2026, die Bitcoin und andere digitale Vermögenswerte als Rohstoffe klassifiziert hat, und fordern, dass diese Klassifizierung auch für die aufsichtsrechtliche Kapitalbehandlung gilt.

Politischer Kontext und zukünftige Entwicklungen

Der Brief der Senatoren fällt in eine Zeit intensiver gesetzgeberischer Aktivitäten rund um Krypto. Der GENIUS Act wurde Ende Mai 2026 parteiübergreifend vom Senat verabschiedet und wird derzeit mit dem Repräsentantenhaus abgestimmt. Der CLARITY Act, der im Juli zur Abstimmung steht, zielt darauf ab, klare Regulierungen für digitale Vermögenswerte zu schaffen. Die Diskussion um die Basel-Regeln wird somit parallel zu diesen Initiativen geführt, was den Druck auf die Aufsichtsbehörden erhöht, die bestehenden Regelungen zu überdenken.

Die Senatoren hoffen, dass die Federal Reserve, das OCC und die FDIC die Möglichkeit nutzen, einen Konsultationsprozess für einen neuen Krypto-Kapitalrahmen zu starten. Ein solcher Schritt könnte die regulatorischen Rahmenbedingungen für Banken, die in digitale Vermögenswerte investieren möchten, erheblich verbessern und die institutionelle Akzeptanz von Bitcoin fördern.

Marktauswirkungen und Ausblick

Eine mögliche Absenkung der 1.250 %-Risikogewichtung könnte erhebliche Auswirkungen auf die Nachfrage nach Spot-Bitcoin haben. Experten schätzen, dass bereits eine 1 %-Allokation im gesamten US-Bankensystem etwa 250 Milliarden US-Dollar an Spot-Nachfrage generieren könnte. Dies würde nicht nur den Bitcoin-Markt beleben, sondern auch die Integration von digitalen Vermögenswerten in das traditionelle Finanzsystem vorantreiben.

Allerdings ist eine schnelle Änderung der Regelungen unwahrscheinlich. Der Basel-Standard ist international vereinbart, und ein US-Sonderweg könnte die Kohärenz mit anderen G20-Ländern beeinträchtigen. Ein realistischer Zeitrahmen für eine Überprüfung oder die Einführung eines separaten Rohstoffschemas könnte mehrere Monate bis hin zu einer möglichen Umsetzung im Jahr 2027 betragen.

Fazit

US-Senatoren diskutieren Krypto-Regulierung
Symbolbild: US-Senatoren diskutieren Krypto-Regulierung · Foto: Werner Pfennig / Pexels

Die 1.250 %-Risikogewichtung für Spot-Bitcoin stellt eine erhebliche Hürde für Banken dar, die in digitale Vermögenswerte investieren möchten. Die jüngsten Forderungen von US-Senatoren nach einer Neubewertung dieser Regelung könnten jedoch den Weg für eine bessere Integration von Bitcoin in das traditionelle Finanzsystem ebnen. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu beobachten, ob die Aufsichtsbehörden auf die politischen Initiativen reagieren und welche Auswirkungen dies auf den Krypto-Markt haben wird.

Häufige Fragen

Was ist die 1.250 %-Regel?
Die 1.250 %-Regel ist eine Risikogewichtung für Spot-Bitcoin, die Banken dazu zwingt, 12,50 US-Dollar Eigenkapital für jeden Dollar Bitcoin zu halten.
Warum kritisieren Senatoren diese Regel?
Senatoren argumentieren, dass die Regel Banken wirtschaftlich davon abhält, Bitcoin zu halten, was als faktisches Verbot angesehen wird.
Wer sind die Hauptakteure in dieser Debatte?
Die Debatte wird von Senatoren wie Cynthia Lummis und Bill Hagerty angeführt, die sich für eine Überarbeitung der Kapitalanforderungen einsetzen.
Welche Auswirkungen könnte eine Regeländerung haben?
Eine Regeländerung könnte die Beteiligung institutioneller Anleger an Bitcoin-Märkten erhöhen und die Nachfrage nach Spot-Bitcoin steigern.
Was sind die nächsten Schritte in diesem Prozess?
Die Senatoren fordern die Aufsichtsbehörden auf, einen neuen Kapitalrahmen für digitale Vermögenswerte zu entwickeln, was möglicherweise zu einer Überprüfung der aktuellen Regelungen führen könnte.

Quellen: Google News

Symbolbild: US-Senatoren diskutieren Krypto-Regulierung · Foto: Ramaz Bluashvili / Pexels

Lena Hoffmann
Lena Hoffmann
Regulierung, Recht & Steuern Lena Hofmann behält den Überblick über die sich ständig wandelnde Rechtslage rund um Kryptowährungen. Für Krypto-Echo bereitet sie regulatorische Entwicklungen aus Deutschland und der EU auf – von der MiCA-Verordnung bis zu steuerlichen Fragen für Anlegerinnen und Anleger. Ihr Ziel ist es, ein oft trockenes Thema klar und alltagstauglich zu erklären. Sie legt besonderen Wert darauf, zwischen gesicherten Fakten und Spekulation zu trennen.
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